Wenn Sie regelmäßig oder in den immer gleichen Situationen unter Verstopfung leiden, lohnt es sich, einige Änderungen in Ihrem Tagesablauf zu erwägen. Radikal-Kuren sind allerdings wenig empfehlenswert: Umstellungen, die Sie nur mit viel Disziplin durchhalten können, haben auf die Dauer keine Chance. Meistens genügen schon wenige, einfache Maßnahmen, um den Darm wieder flott zu kriegen.

  •  Ernährung: Verzicht muss nicht sein
  •  Trinken Sie über Ihren Durst
  •  Werden Sie aktiv!
  •  In der Ruhe liegt die Kraft
Ein träger Darm
mag Schonkost
ebenso wenig wie
ständige Völlerei.

Verzicht muss nicht sein
Eine leichte Umstellung des Speiseplans ist oft das effizienteste Mittel gegen Darmträgheit. Aber: Schonkost mag der Darm überhaupt nicht. Bestimmte Fette sind sogar die Voraussetzung dafür, dass die Verdauung funktioniert. Ziel der Ernährungsumstellung sollte eine ausgewogene, vollwertige Ernährung sein, mit vielen ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Sie unterstützen die Darmbewegung und bringen Ihre Verdauung auf Touren.
Auf Ihr knuspriges Baguette müssen Sie deshalb nicht verzichten: Es genügt schon, wenn von zwei Scheiben Brot eine aus vollem Korn gebacken ist. Leckere Rezepte mit vielen Ballaststoffen finden Sie im Rezept-Planer und als Menü der Woche. Essen Sie öfters kleinere Mengen in regelmäßigen Abständen – so ist Ihr Darm beschäftigt, aber nicht überfordert. Gründliches Kauen erleichtert ihm zusätzlich die Arbeit.
Wenn eine Einladung bevorsteht, oder Sie Lust auf einen Knabberabend haben, heißt die Alternative zum Verzicht: in Maßen abführende Lebensmittel zuführen. Besonders geeignet sind in Wasser eingelegte Backpflaumen, geschrotetes Leinsamen oder Weizenkleie. Achten Sie beim Dörrobst auf ungeschwefelte Produkte, beim Leinsamen wegen der Schadstoffbelastung auf ökologischen Anbau. Eine milde abführende Wirkung haben gedünstete Äpfel. Sie sind gut zur Vorbeugung geeignet. Trinken Sie gleich nach dem Aufstehen ein Glas Wasser, das kurbelt den Darm an, ohne ihn zu belasten.


Unsere Organe
brauchen täglich 1,5 -
2,5 Liter Wasser. So viel
zu trinken müssen viele erst trainieren.

Trinken Sie über Ihren Durst!
Wie viel haben Sie heute schon getrunken? Wenn es Ihnen wie den meisten Erwachsenen geht, dann wahrscheinlich nicht genug. Wassermangel ist eine häufige Ursache für Verstopfung. Zwischen 1,5 und 2,5 Liter Flüssigkeit braucht unser Körper täglich, um alle Organe ausreichend zu versorgen. Das geht über unser Durstgefühl oft weit hinaus. Zwei einfache Tipps helfen Ihnen dabei, das Trinken zu trainieren.

  • Stellen Sie morgens drei Flaschen Mineralwasser bereit, so behalten Sie den Überblick.
  • Deponieren Sie einen Kasten Wasser an Ihrem Arbeitsplatz oder im Auto: So haben Sie Ihr Getränk immer griffbereit und müssen nicht auf Kaffee oder Cola ausweichen.
    Übrigens: Kaffee und Schwarztee binden Wasser und schlagen deshalb in Ihrer Trink-Bilanz negativ zu Buche. Auch Zucker wird mit viel Wasser verstoffwechselt, weshalb Sie Ihrer Verdauung mit gesüßten Getränken keinen Gefallen tun. Geeignet sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees sowie dünne Schorlen mit Säften ohne Zuckerzusätze.

  • Hauptsache regelmäßig: Der Stoffwechsel
    kommt schon mit einem täglichen kurzen Spaziergang auf Touren.

    Werden Sie aktiv!
    Wenn wir uns bewegen, versorgen wir Herz- und Kreislauf mit Sauerstoff. So wird der Stoffwechsel angeregt und die Darmtätigkeit unterstützt. Das ist ein guter Grund, aktiv zu werden. Viel zu anstrengend? Keineswegs: Ein gemütlicher Spaziergang reicht vollkommen - vorausgesetzt, Sie nehmen sich dafür täglich 15 Minuten Zeit. Denken Sie sich Anreize für die Tage aus, die Sie am liebsten im Fernsehsessel verbringen würden. Das kann ein lieber Besuch zur Krönung Ihres Spazierganges sein, oder Sie bauen einen Abstecher zum Floristen in Ihre Route ein.

    Fehlt Ihnen dazu die Zeit, dann tricksen Sie Ihren inneren Schweinehund mit einem Minimalprogramm aus: Steigen Sie eine Haltestelle früher aus, und laufen Sie den Rest des Weges. Erledigen Sie Ihren kleinen Einkauf zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und: Steigen Sie Treppen. Der Aufzug kommt selten schneller ans Ziel, und Sie kurbeln Ihren Stoffwechsel an.

    Am meisten Ansporn finden Sie unter Gleichgesinnten. Dabei müssen Sie sich nicht auf sportliche Aktivitäten beschränken: Auch gemeinsame Ausflüge, Kurzreisen oder Kegelabende bringen Sie in Schwung. 
    Finden Sie Gefallen an Bewegung, dann steigern Sie Ihre Aktivität langsam. Im Mittelpunkt steht der Spaß und nicht Leistungsdruck. Stecken Sie Ihre Ziele also nicht zu hoch: Wenn Sie sich zwingen müssen oder außer Atem geraten, belasten Sie Ihren Organismus und tun sich nichts Gutes.


    Hektische Mahlzeiten
    stressen und blockieren
    den Darm.

    In der Ruhe liegt die Kraft!
    Hektische Mahlzeiten zwischen Tür und Angel bereiten weder Ihnen noch Ihrem Darm Freude. Der Darm braucht Ruhe und Regelmäßigkeit, sowohl bei der Nahrungsaufnahme, als auch bei der Entleerung.
    Versuchen Sie, sich für beides Auszeiten zu nehmen - und verteidigen Sie diese gegen die Anforderungen des Alltags. Sie werden sehen: Ihr Darm stellt sich auf den Rhythmus ein, den Sie ihm vorgeben.