Cassia senna, so die botanische Bezeichnung, ist ein kleiner Strauch, nicht größer als 1 m, der in den tropischen und subtropischen Gebieten aller Kontinente (außer Europa) vorkommt. Typisch für den Strauch sind die geraden, verholzten Zweige und gelben Blüten, die selten auch weiß oder rosa sein können.
Der Name Senna stammt aus dem Arabischen und ist schon sehr alt: erstmals erwähnt wird er in den Schriften der arabischen Ärzte Serpion und Mesue im 9. Jahrhundert, aber wohl schon die Pharaonen Ägyptens kannten und schätzten die Arzneiwirkungen der Pflanze.
Ursprünglich bezeichneten die Botaniker nur eine Spezies als Cassia senna, inzwischen werden jedoch ca. 400 Unterarten unterschieden. Die gebräuchlichsten Arten, die heute in Arzneimitteln verwendet werden, sind Cassia acutifolia, auch Alexandriner Senna genannt und Cassia angustifolia oder Tinnevelly Senna.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem
tropischen Afrika, wird heute aber überall auf diesem Kontinent
angebaut, Cassia angustifolia wird hauptsächlich auf dem indischen
Subkontinent angepflanzt.
Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr aus Samen oder im Sommer durch Stecklinge, die Blätter können vor oder während der Blüte geerntet werden, die Hülsen nach der Reife im Herbst.
Wirkstoff Sennes
Sowohl aus den Blättern als auch aus den Früchten (bzw. Hülsen) werden Arzneien zubereitet, in Form von geschnittenen Blättern oder Hülsen, Pulvern für Aufgüsse, Abkochungen oder wässrigen Kaltauszügen.
Die hauptsächlichen Inhaltsstoffe in Blättern und Hülsen sind Anthrachinonglykoside, Naphthalinglykoside, Schleim, Flavonoide und ätherisches Öl.
Für die abführende Wirkung sind die Anthrachinonglycoside, die so genannten Sennoside, verantwortlich.
Natürliche Wirkung
Die abführende Wirkung von Sennes kommt dadurch zustande, dass die Wirkstoffe nicht in den Blutkreislauf aufgenommen werden, sondern direkt im Darm verbleiben.
Dort entfalten sie ihre Wirkung auf zweifache Weise:
Ein Reiz an den Schleimhäuten des Dickdarms veranlasst die Darmmuskeln, sich zusammenzuziehen und gleichzeitig wird Flüssigkeit gebunden, so dass sich der Stuhl nicht verhärten kann.
Das Volumen im Dickdarm vergrößert sich, der Reiz auf die Darmwände verstärkt sich dadurch weiter und die natürliche Darmbewegung kommt in Gang.