Manchmal dauert es Stunden, manchmal gar Tage, bis unser Körper mit dem fertig geworden ist, was eigentlich das "Natürlichste von der Welt" sein sollte: der Verdauung.
Und wenn es dann schließlich zum Stuhlgang kommt, wird dieser immer häufiger nicht mehr als erlösend, sondern lästig und quälend empfunden.

  • Was ist Verstopfung?
  • Leichte Vollkost - ein erster Schritt
  • Ballaststoffe
  • Erste Hilfe bei Verstopfung
  • Medizin: Erst bei
    weniger als drei mal
    Stuhlgang pro Woche
    liegt eine Verstopfung
    vor.

    Was ist Verstopfung?
    Die Medizin ist eindeutig: Erst bei weniger als 3-mal Stuhlgang pro Woche spricht sie von Obstipation. Das persönliche Empfinden des einzelnen hingegen macht die Übergänge fließend: Schon beim kurzzeitigen Auftreten von Stuhlbeschwerden oder dem Ausbleiben der gewohnten Regelmäßigkeit zu bestimmten Tageszeiten sprechen viele von Verstopfung und entwickeln nach und nach den damit verbundenen Leidensdruck. Auswirkungen auf Stimmung und Allgemeinbefinden sind meist zwangsläufig, denn nichts liegt vielen so am Herzen wie eine reibungslose Verdauung.

    Sie kombinieren die
    Nährstoffe im optimalen
    Verhältnis wenn Sie
    30%der Kalorien
    als Fett, 55-60% als Kohlenhydrate 10 – 15% als Eiweiß aufnehmen.

    Leichte Vollkost - ein erster Schritt
    Möglicherweise ist Ihnen bei der Lektüre der täglich wachsenden Zahl von Diätvorschriften, -richtlinien und -empfehlungen zur Vermeidung von Verstopfung ein Begriff noch nicht untergekommen, weil er viele der sich ständig wiederholenden "Diäten" überflüssig machen würde: die Rede ist von der wohltuenden Bezeichnung "leichte Vollkost". Man könnte auch sagen, Mischkost, denn bei heute etwa 50 bekannten, verschiedenen Nährstoffen ist es sinnvoll, diese aus allen zur Verfügung stehenden Energieträgern zusammenzustellen, eben zu mischen. Und dies möglichst in einem Verhältnis zueinander, das sich in den letzten Jahrzehnten als optimal herausgestellt hat: Danach sollten 30 % der Kalorien als Fett, 55–60 % als Kohlenhydrate und 10–15 % der Kalorien als Eiweiß aufgenommen werden.
    Das hört sich gut an, "schmeckt" aber in der Praxis nach Taschenrechner und Kalorientabelle, und die mag bekanntlich kaum jemand.
    Schon hilfreicher ist da die folgende Empfehlung, nach der unser täglicher Speiseplan immer diese vier Nahrungsgruppen enthalten sollte:

    • Fleisch oder eiweißreiche Alternativprodukte
    • Kartoffeln und Getreideprodukte
    • Milch und Milchzubereitungen (auch Käse),
    • Obst und Gemüse.

    Ergänzt vielleicht noch von einem unserer wichtigsten Elemente, zudem kalorienfrei erhältlich, dem Wasser.

    Ballaststoffe machen
    satt, regen die
    Darmmuskulatur an
    und helfen dem Körper, unliebsame Substanzen
    los zu werden.

    Ballaststoffe
    Wer dann noch den Ratschlag beherzigt, so selten wie möglich plan- und wahllos das zu essen, wonach es einem gerade gelüstet, der hat den Weg zu einer ausgewogenen und damit gesunden Ernährung bereits eingeschlagen.
    Ganz automatisch und so von der Natur auch ursprünglich vorgesehen, nehmen wir mit einer solchen Mischkost eine Reihe von Ballaststoffen auf, deren Bedeutung erst in den 70er Jahren richtig erkannt wurde.
    Es handelt sich nämlich ganz und gar nicht um unnützen Ballast, sondern um wichtige Nahrungsfaserstoffe, die für die menschliche Verdauung von entscheidender Bedeutung sind. Fast immer stammen diese Ballaststoffe aus der pflanzlichen Natur und enthalten als wichtigste Grundsubstanz die Zellulose. Besonders ballaststoffreich ist beispielsweise Weizenkleie, aber auch alle anderen unbehandelten Vollkornprodukte, Gemüse, Salate und Obstsorten weisen das auf, was wir für eine gesunde Verdauung so dringend brauchen. Dabei sind die Effekte jener Quell- und Ballaststoffe im Prinzip immer gleich:

    • durch die Bindung von Wasser quillt der Nahrungsbrei auf, löst damit den wichtigen Dehnungsreiz auf die Darmwand aus und transportiert so den Nahrungsbrei weiter.
      Damit einher gehen eine Reihe anderer, erwünschter Nebeneffekte:
    • die Darmmuskulatur wird regelmäßig trainiert, die Muskelspannung der Darmwand bleibt erhalten. Das beugt u. a. der Bildung von sog. "Darmtaschen" vor, in denen sich Nahrungsreste und Bakterien ansiedeln und entzündliche Erkrankungen hervorrufen können.
    • Ballaststoffe binden nicht nur Wasser, sondern auch Fette, Gallensäuren und giftige Substanzen, die so problemlos und rasch entfernt werden können.
    • der Stuhl wir voluminös und weich, womit schmerzfreier Stuhlgang oft erst möglich und gleichzeitig der Bildung von Hämorrhoiden vorgebeugt wird.
    • Schließlich sättigt eine ballaststoffreiche Ernährung wegen des größeren Volumens besser, und so werden relativ weniger Kalorien zugeführt, denn diese Nahrungsbestandteile bleiben ja unverdaut. Probleme mit der Verdauung müssten folglich die Ausnahme sein. Das Gegenteil jedoch ist der Fall.
      Bezeichnenderweise haben sich die Menschen nämlich mit zunehmender "Zivilisierung" immer weiter von einer natürlichen Ernährungsweise entfernt und Gewohnheiten entwickelt, die vom Körper erst einmal "verdaut" werden müssen: Zu viel Weißbrot, zu viel raffinierte Zucker, zu viel Teigwaren, zu viel Fett, zu viel Eiweiß, sind nur einige der Fehler.
      Häufig geht also in der Verdauung ohne zusätzliche Hilfe nichts mehr.

    Schnelle Helfer sind
    "Ballaststoff-Bomben"
    wie Dörrobst oder
    Weizenkleie. Milchzucker
    trägt mittelfristig zu
    einer besseren Verdauung bei.

    Erste Hilfe bei Verstopfung
    Trotzdem sollten wir unsere Verdauung in der täglichen Ernährung so gut es eben geht unterstützen. Indem wir beispielsweise besonders wirkungsvolle, natürliche Nahrungsmittel zu uns nehmen, die in konzentrierter Form größeren Mengen quell- und ballaststoffhaltiger Nahrungsmittel entsprechen.
    Besonders hilfreich sind bestimmte Früchte, wie etwa Pflaumen, Feigen, Tamarinde, Rhabarber und Äpfel, wobei neben Pektinen und Ballaststoffen auch ein hoher Anteil schwer resorbierbarer Fruchtsäuren dafür sorgen, dass die oben beschriebenen Effekte eintreten.
    Auch die Weizenkleie, nichts anderes als die innere Schale des Weizenkorns, die beim Mahlen üblicherweise entfernt wird, vermag ihr Volumen bei ausreichender Wasseraufnahme so zu vergrößern, dass der für die Verdauung entscheidende Dehnungsreflex in der Dickdarmwand ausgelöst wird.
    Geschieht dies bei den vorgenannten Substanzen auf eher direktem Wege über eine gezielte Bindung von Wasser im Darm, wirkt z. B. Milchzucker indirekt, weil er aufgrund verzögerter Löslichkeit in den oberen Darmabschnitten bis in den Dickdarm gelangt und dort den natürlich vorkommenden Bakterien als Nahrung dient, die nun ihrerseits für eine bessere Verdauung sorgen.
    Gerade in der Kombination bieten jene Substanzen eine sinnvolle Ergänzung zur wünschenswerten ausgewogenen Ernährung, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht immer praktikabel ist: Hartnäckige, sog. liebgewonnene Gewohnheiten sind da noch die schwächeren Argumente – häufiges auswärtiges Essen, beruflich bedingte Hektik und Bewegungsmangel sowie andere psychische Stressfaktoren dagegen nachhaltige Zwänge, denen sich kaum jemand nach Belieben entziehen kann.
    Insofern wird es auch weiterhin bei vielen Menschen notwendig und vertretbar bleiben, auf natürliche Weise der Verdauung auf die Sprünge zu helfen.